„Die kasachische Steppe ist atemberaubend schön und die Heimat einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt“, schwärmt Eva Klebelsberg. „Alle fünfzig Meter entdeckt man ein anderes kleines Mini-Ökosystem“, fügt sie hinzu. „Aber die Natur in Kasachstan ist in größter Gefahr. Der Bestand der hier lebenden Saiga-Antilopen wurde innerhalb von wenigen Jahren fast vernichtet“, beschreibt die Stuttgarterin die schwierige Situation des asiatischen Landes.
Seit fast vier Jahren ist Eva Klebelsberg in Kasachstan in Zentralasien unermüdlich im Einsatz für den Schutz der letzten großen Saiga-Antilopenherden und für die Bewahrung des Ökosystems Steppe. Die 31-jährige Diplom-Biologin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die vom Aussterben bedrohte Saiga-Antilope und deren Lebensraum zu erhalten. Die kasachische Steppe in der Größe Europas ist ein akut gefährdetes Ökosystem. In den Zeiten der Sowjetunion wurden große Teile als Acker- und Weideland verwendet und die Ökologie der Steppe somit zum Teil zerstört. Armut und Wilderei bedrohen heute darüber hinaus die Natur und die Tierbestände. Die Herden der Saiga-Antilopen in Kasachstan haben sich vor allem in den neunziger Jahren dramatisch verringert und wurden binnen kurzer Zeit fast vernichtet. Die wandernde Saiga-Antilope spielt eine wichtige Rolle zum Erhalt der Ökosysteme der kasachischen Steppe. Denn sie verbreitet mit ihren Hufen Samen von Steppenpflanzen über weite Distanzen, düngt die Böden mit ihrer Losung und tritt die Samen in die Böden ein, sodass diese auskeimen können. Der Schutz der Saiga-Antilope steht stellvertretend für den langfristigen Schutz des gesamten Steppen-Ökosystems.
Das Engagement von Eva Klebelsberg umfasst mehrere Schwerpunkte. In einem Gebiet von der Größe Frankreichs etabliert sie Schutzgebiete für die Saiga-Antilopen und bekämpft mit ihrem Team die Wilderei. Eva Klebelsberg hat weit über ihre berufliche Arbeit als Projektkoordinatorin der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt hinaus in kurzer Zeit und mit größtem persönlichem Engagement zum Erhalt der Art der Saiga-Antilope und der Steppe beigetragen. Sie erreichte, dass eine riesige Fläche von etwa 2 Millionen Hektar in wichtigen Saigagebieten zusätzlich zu bestehenden Gebieten unter Schutz gestellt werden konnte. Sie überwacht die Saiga-Population durch regelmäßige Zählungen und Rangerpatrouillen. Sie setzt sich für die Bewusstseinsbildung der lokalen Bevölkerung zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen ein. Es ist allein ihr Verdienst, die unterschiedlichsten Interessengruppen auf gemeinsame Maßnahmen zu fokussieren und dem Engagement einen entscheidenden Schub zu geben. Sie überzeugte auch bereits weitere Geldgeber, sodass die Projektmittel verdreifacht wurden und damit auch die Dimension des Gesamtprojekts um ein mehrfaches vergrößert wurde. Für die Zukunft hat sich Eva Klebelsberg vorgenommen, die Menschen vor Ort noch intensiver in den Naturschutz einzubinden, die Erforschung von Steppe und Halbwüste in Kasachstan voranzutreiben und weitere Saiga-Schutzgebiete auszuweisen.